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SZ, 28.12.2010

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SZ, 24.12.2010

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SZ, 26.05.2010

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SZ, 04.05.2010

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Bürgermeister kämpft trotz Protesten für Straßenausbau
SZ, 28.04.2010

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SZ, 24.04.2010

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SZ, 22.04.2010

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SZ, 21.04.2010

Straßenbauplanung in Grimme geht weiter
SZ, 12.03.2010

Die kleine Schwester der B170
SZ, 23.05.2008

Bürgermeister kämpft trotz Protesten für Straßenausbau

Sächsische Zeitung (Dippoldiswalde) vom 28. April 2010
Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der Sächsischen Zeitung.

Der Bürgermeister von Glashütte, Herr Markus Dreßler, im Interview mit Maik Brückner.

Herr Dreßler, die Reinhardtsgrimmaer wehren sich gegen den geplanten Ausbau der Ortsdurchfahrt. Sie halten ihn für überdimensioniert und wollen ihn mithilfe einer Bürgerinitiative sogar verhindern. Haben Sie damit gerechnet?

Nicht die Reinhardtsgrimmaer sind gegen einen Ausbau der Staatsstraße 183, sondern einige. Auch bei der ersten Versammlung waren Bürger anwesend, die die Notwendigkeit des Ausbaus anerkennen. Dennoch überrascht mich die grundsätzliche Diskussion und die Heftigkeit, denn die Notwendigkeit eines Ausbaus der Ortsdurchfahrt wurde bisher noch von niemandem infrage gestellt. So wurden die ersten, bis heute gültigen Pläne bereits im Juni 2008 einstimmig vom Ortschaftsrat bestätigt. Lediglich beim Kreuzungsbereich Abzweig Kreischa wurde eine andere Variante favorisiert.

Und wie erklären Sie sich diesen massiven Widerstand?

Möglicherweise liegt das an der Unkenntnis der Planungsverläufe. Wir stehen erst am Anfang. Bevor man die Einwohner beteiligt und Grundstücksfragen diskutiert, müssen erst einmal belastbare Grundlagen geschaffen werden. Daran wird derzeit gearbeitet. Im Herbst werden die Planentwürfe für den ersten Bauabschnitt öffentlich vorgestellt und darauf aufbauend wird die Stadt eine mit dem Ortschaftsrat abgestimmte Stellungnahme abgeben. Für den zweiten Bauabschnitt wird der Vorentwurf frühestens 2011 vorliegen. Insofern besteht kein Grund zur Panik und für voreilige Schlüsse.

Warum halten Sie den Ausbau der Straße für notwendig?

Wer die Situation vor Ort kennt, weiß, dass die derzeitige Ortsdurchfahrt an einigen Stellen zu eng ist, es keinen Gehweg gibt, Kreuzungen unübersichtlich sind und keine ausreichende Straßenentwässerung vorhanden ist. All diese Defizite müssen behoben werden. Die Engstellen zu beseitigen und Gehwege zu errichten bedeutet natürlich, dass Grunderwerb notwendig wird. Darauf könnte bei einer reinen Sanierung verzichtet werden, allerdings könnte dann eben z.B. kein Gehweg errichtet werden. Im Übrigen muss das Straßenbauamt den Ausbau nach den Regeln der Technik planen. In Reinhardtsgrimma geht das Straßenbauamt aufgrund der örtlichen Situation in weiten Teilen bereits an die untere Grenze des Machbaren. So ist eine Breite von sechs Metern vorgesehen – üblich sind 6,50 Meter. Zum Vergleich: die Ortsdurchfahrt in Hausdorf ist 5,50 Meter breit. Dort können zwei Busse nur im Schritttempo aneinander vorbeifahren. Auch beim Fußweg werden wir von der vorgegebenen Breite von 2,30 Meter abweichen. Insgesamt kann bei den derzeitigen Planungen nicht von einer überdimensionierten Straße gesprochen werden.

Gefährdet der Protest den Straßenausbau?

Ich hoffe nicht, aber letztlich hängt das vor allem vom weiteren Diskussionsverlauf ab und der Frage, ob man sich einvernehmlich mit den Grundstückseigentümern zum Grunderwerb verständigen kann. Wenn nicht, müssen wir noch lange mit den Problemen leben.

Vor allem dieser Grundstücksverzicht steht in der Kritik von mehreren Anwohnern...

Ich kann verstehen, dass die betroffenen Eigentümer den notwendigen Grunderwerb kritisch hinterfragen. Allerdings gibt es hier keinen Mittelweg. Entweder man will die Straße ausbauen und akzeptiert den Grunderwerb als notwendige Folge oder man verzichtet auf ihn und muss dafür weiter mit dem Fehlen von Gehweg und mit den unübersichtlichen Kreuzungen leben. Ich meine, wir sollten bei aller Betroffenheit Einzelner die Chance der Weiterentwicklung des Ortes, auf die wir lange gewartet haben, ergreifen. Wer einmal gesehen hat, wie sich Busse in Reinhardtsgrimma begegnen und wie Fußgänger, vor allem auch Kinder, gefährdet sind, der wird mir zustimmen.

Was halten Sie von der Alternative einer Umgehungsstraße?

Natürlich würde diese Lösung den Verkehr in Reinhardtsgrimma minimieren und den notwendigen Ausbaugrad der Straße reduzieren. Objektiv ist es aber unrealistisch, eine Umgehungsstraße zu fordern. Dafür fahren durch Reinhardtsgrimma zu wenige Fahrzeuge und die Kosten wären viel zu hoch. Schauen Sie sich Kesselsdorf an, wie lange man dort auf die Ortsumgehung warten musste und vergleichen Sie die Verkehrszahlen der Bundesstraße Freiberg-Dresden mit der Staatsstraße Reinhardtsgrimma-Kreischa. Da erübrigt sich jede weitere Diskussion. Im Übrigen werden auch umweltpolitische Gründe gegen den Neubau einer Straße sprechen.

In Reinhardtsgrimma wurde der Vorwurf laut, dass Sie sich nicht für die Belange der Einwohner einsetzen würden...

Dieser Vorwurf trifft mich, denn im Rathaus arbeiten wir engagiert, um mit den Stadt- und Ortschaftsräten aus den uns gegebenen Möglichkeiten das Beste zu machen. Aber Entscheidungen im Sinne der Allgemeinheit können mitunter den Interessen Einzelner widersprechen. Für die Ortsdurchfahrt Reinhardtsgrimma heißt das konkret: Soll ich mich dem Druck einzelner, betroffener Anlieger beugen oder soll ich mich weiterhin für den Ausbau einsetzen? Ich habe mich für Letzteres entschieden, weil ich der Meinung bin, dass ich mich gerade dadurch für die Interessen der Mehrheit der Einwohner einsetze. Trotzdem wollen wir natürlich die Bedenken der Anlieger aufnehmen und beim Straßenbauamt um tragfähige Kompromisse werben. Wichtig ist hier ein gutes und vertrauensvolles Klima, an dem wohl noch gearbeitet werden muss.

www.ortsdurchfahrt-reinhardtsgrimma.de